Glaube

Über die Bibel

Die Bibel ist eine Sammlung von Einzelschriften, die erst im Laufe von langen Jahren und vielen bis heute nicht abreißenden Diskussionen zum „Buch der Bücher“, zum Kanon zusammengefasst wurden. Mithilfe der folgenden Themenseite (PDF) kann man - und besonders Bibelfans unter uns - etwas mehr darüber erfahren.

bibelsammlung_leitseite

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Zitat aus dem Internet: „Es mag sich ein fundamentalistischer Bibelfan darin gefallen, das Buch so auswendig zu können, wie ein Kursbuch-Fan die kleinste Haltestelle und einer ebensolchen Bahnstrecke aufzählen kann und den Fahrplan herunterbeten kann, oder wie ein autistischer Savant die Häuserfassaden aufzählen kann, die er einmal gesehen hat.
Während jedoch der Kursbuchfan ein logisches Zahlenwerk vortragen kann, das Wissen des Savant's mit der Wirklichkeit der Fassaden überprüft werden kann, so handelt es sich bei der Bibel um ein Buch, eine Schriftensammlung, die in einem Zeitraum von gut 1000 Jahren entstanden sind (und das Ganze lief vor 2000 Jahren ab). Sie wurden redaktionell bearbeitet. Um die Texte zu verstehen, braucht es mehr als den hl. Geist.“

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Eine Gegenüberstellung vieler Widersprüche findest du
hier (Zeitschrift "Der Theologe", Hrsg. Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 8: Wie der Teufel in der Bibel hauste, Wertheim 2001, 3. Auflage 2005).

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Eine fast alltägliche Frage

Was sagt die Bibel zu ... ?

Christen orientieren sich an der Bibel, auch wenn diese auf gegenwärtige „Probleme“ oftmals keine, eine falsche oder nur eine indirekte Antwort gibt. Auf die Frage nach der Entstehung der Welt und des Menschen gibt sie eine falsche Antwort. Die Welt wurde nicht in 6 Tagen geschaffen; und „gut“ ist sie auch nicht. (Von D.)

Auf eine moderne, besser wissenschaftliche Fragestellung wie „Was ist Sexualität?“ gibt sie keine Antwort. Über sexuelle Selbstbefriedigung sagt sie „wort-wörtlich“ auch nichts. Eine „Googelei“ in der Bibel „Ist Selbstbefriedigung erlaubt?“ ergibt keine brauchbaren Treffer. Eine Suche nach „Triebtäter“ wäre auch erfolglos, obwohl es in der Bibel eine Geschichte gibt, in der ein ungezügelter Sexualtrieb der Grund zu einem Auftragsmord ist. König David findet Batseba, die Frau eines Offiziers aus seiner Soldateska, saugeil. Obwohl er in seinem Harem schon zahlreiche Zuckerschnecken hatte, mit denen er Sex haben konnte, bestellte er sie in seinen Palast... und schwängert die Ehefrau des Soldaten. Seinen Kopf konnte er nur aus der Schlinge ziehen, indem er den rechtmäßigen Mann umbringen ließ. - Heutzutage würde ein so sexuell hyperaktiver Mann als Triebtäter bezeichnet werden; einer, der obendrein seine Macht missbraucht. - Dieser Mann und sein Amt wurden zum Vorbild eines Königtums, das im Christentum lange Zeit „in“ war, und das nicht in der Lage war, ein friedliches Miteinander der Völker zu verwirklichen. Die Bibel kennt keine Triebtäter, dafür aber Gesinnungstäter.

Die reiche Witwe Judith bspw. verführte den Kriegsherren Holophernes zum Sex und brachte ihn während der „Nummer“ um. Dadurch wurde sie zum Freiheitsidol. Wäre die Sache schiefgegangen, wäre sie als Märtyrerin oder Selbstmordattentäterin in die Geschichte eingegangen. Die Sexsucht des Holophernes - O- Ton: „Es wäre wahrhaftig eine Schande für uns, wenn wir eine solche Frau gehen ließen, ohne sie gef.... zu haben. Sie würde uns auslachen, wenn wir sie nicht an uns rissen.“ - und seine offensichtliche Vergewaltigungsbereitschaft steht auch nicht zur Debatte.

Die Bibel antwortet nicht auf jede Frage. So würde man in ihr vergeblich eine Antwort auf die Frage „Was ist Sexualität?“ finden. Über Sexualverhalten antwortet sie mit Verboten. Dem Sex vor oder ausserhalb der Ehe wird abgestraft, homosexuelles Tun bringt Gott in besondere Rage. Die Todesstrafe ist der Lohn etwaiger Vergehen.

Auf die Frage „Was ist Gott?“ liefert sie zahlreiche und sehr unterschiedliche Antworten. Gott ist ein zorniger Wüterich und ein liebender Vater zugleich, ein Rächer und Versöhner, ein Zerstörer und Neuerbauer. Leben und Tod geht von seinem Wesen aus. Die Bibel liefert die unterschiedlichsten Antworten auf die Frage nach Gott. - Gepredigt wird bevorzugt ein „Gott der Liebe“, der sich selbstverständlich auch aus der Bibel hinein- oder herauslesen lässt.

Wer in der Bibel eindeutig Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens sucht, kommt nicht umhin, sich an Vorgaben zu halten, die ihm seine Kirche vorgibt. Leider sind diese z.T. grottenschlecht. Folgt man Evangelikalen, antwortet die Bibel „wortwörtlich“. Dann muss man eben glauben, dass die Sonne festgehalten werden kann (damit ein Kriegstag länger werden kann, dass ein Mensch drei Tage im Bauch eines Fisches überleben kann oder über Wasser gehen kann, dass eine in Verwesung befindliche Leiche wieder lebendig werden kann, dass zur Todesstunde Jesu eine Sonnenfinsternis Jerusalem in Finsternis hüllte usw. Für einen nüchtern und wissenschaftlich denkenden Menschen sind viele biblische Antworten abenteuerlich falsch.

So stellt sich die Frage, ob man heutzutage überhaupt noch Fragen an die Bibel stellen sollte. Ich sage: „Nein!“ Sie ist eine Sammlung menschlicher Schriften, deren Schreiber und Redakteure sich einbildeten, den „Willen“ ihre Gottes zu kennen. Ansonsten ist sie ein Werk großer Irrtümer und Widersprüche.

Auf heutige Fragen gibt die Bibel keine zufriedenstellenden Antworten, Man kann sie getrost beiseite legen, wie andere „heilige“ Schriften auch.

Es sei die Frage erlaubt, ob man solche Geschichten Kindern erzählen sollte oder gar muss.

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Bibelglaube nach eigenem Geschmack

Spricht man mit Christen über Glaubenslehren ihren Kirchen, Sekten oder Gurus und beruft sich dabei auf die Bibel, dann erwidern sie oftmals, es sei ja alles anders zu verstehen. Dabei verdrehen sie schamlos Bibelstellen und geben ihnen den gewünschten Sinn.
Der Leitfaden greift ein solches Beispiel auf. Es geht um die Unauflöslichkeit der Ehe und das Verbot der Ehescheidung. Der Christ, der zu Wort kommt, verdreht eine Aussage Jesu in Mt 19 einfach zu seinen Gunsten.

bibelglaube

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Lambrecht, Oda / Baars, Christian
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Fundamentalistische Christen in Deutschland
Sie sind radikal, sendungsbewusst und zunehmend erfolgreich: christliche Fundamentalisten in Deutschland. Die Bibel ist für sie Lebens- und Glaubensgrundlage, andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde, Sex vor der Ehe ist verpönt, die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Nach Schätzungen leben in Deutschland mehr als eine Million von ihnen. Die Autoren haben zahlreiche fundamentalistische Gemeinden und deren Veranstaltungen besucht, mit Anhängern, Aussteigern und Theologen gesprochen, Internetforen beobachtet, Veröffentlichungen der bibeltreuen Christen ausgewertet, unzählige Predigten analysiert. Das Buch zeigt die Arbeit von entsprechenden Vereinen, Missionswerken und Lobbygruppen, informiert über autoritäre Strukturen, angebliche Wunderheilungen und Dämonenaustreibungen. Und es fragt, wie Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland mit diesen radikalen Gruppen umgehen.
erschienen im Ch. Links Verlag, 2009.
2. Auflage Preis: 16,90 Euro. ISBN: 978-3-86153-512-6