Jan 2011

Glaubenseifer macht blind

Christen und ihre Sympathisanten sind auf Krawall gebürstet
Nichts ärgert Dampfplauderer und Christen mehr, als wenn sie mit der Realität des Lebens konfrontiert werden. Sie sind von ihren Gefühlen beherrscht und verlieren schnell die Beherrschung.
Die folgende Geschichte hat sich in einem modernen Heyde-Park so ähnlich abgespielt, wie im Folgenden beschrieben; nur die Namen wurden geändert.
Die Leute diskutierten die Frage, ob die Bildung der Eltern einen Einfluss darauf habe, ob schwule Jugendliche ihre So-sein besser annehmen könnten, wenn sie gebildete Eltern hätten. Die einen verneinten dies und brachten Beispiele aus dem eigenen Leben. Andere verallgemeinerten die Fragestellung und kamen zum Ergebnis, dass Bildung schon etwas mit Toleranz zu tun habe. - Dabei vergaßen sie jedoch die Tatsache, dass „Gebildete“ für die Verfestigung von Homophobie und Homohass mitverantwortlich waren. Sie waren es nämlich, die homosexuelle Veranlagung zwar aus ihrem religiösen Kontext lösten und Schwule für schädlich, pervers und krank definierten. -
Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass viele Denker und Wissenschaftler der Vergangenheit, auf Mistbeet der christlichen Kultur gebildet wurden. (weiter ...)

religionpur01

→→→→→→→→→→→→→→→ Download ←←←←←←←←←←←←←←←

Das Book of Kells

Eine Einführung in Inhalt, Entstehung und Geschichte, Schrift und Geschichte sowie wie Literaturhinweise.
Das Book of Kells gilt als eine der schönsten und reichhaltig geschmücktesten Evangelien-Handschriften des Mittelalters.

book_of_kells

→→→→→→→→→→→→→→→ Download ←←←←←←←←←←←←←←←

Inzest oder biblische Dümmelei - das ist hier die Frage

(Updated 09.01.2011 - 10:15 Uhr) Die Sintflutgeschichte der Bibel, gemäß der Bibelgläubige lange Zeit an eine globale Flutkatastrophe glaubten, hat nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nie stattgefunden. Christen und andere Bibelgläubige hielten lange Zeiten dagegen: Bei Gott sei kein Ding unmöglich. Am Ende des 19. Jahrhunderts dämmerte ihnen, dass kein vernünftiger Mensch ihnen diese Begründung glaubte. Während evangelikale Kreise und andere Christen unter dem Motto „Und die Bibel hat doch recht“ lange Zeit diesen Mythos als reales Geschehen deuteten, ist das heute anders geworden. Moderne Bibelfans erweisen sich als die Experten, die alles besser wissen und erklären können. Jetzt wird radikal umgedeutet, damit die Bibel in modernen Zeiten salonfähig bleibt. Getreu dem Glauben, dass nicht sein kann was nicht sein darf - dass die Geschichte nämlich blanker Unsinn ist und ein nichtexistierender Gott nie einen Bund mit Menschen schließen kann, erklären sie das ehemals global geglaubte Ereignis nun zu einem lokalen um. Da der Himmel dann nicht zu richtig ins Bild passt, erklären sie ihn zu einem Stilmittel um, mit dem der überirdische Respekt vor dem Volk Israel durch die Nachbarvölker ausgedrückt werden solle. Angesichts der heutigen Zustände im Nahen Osten eine ziemlich geschmacklose Annahme. Aber lest selbst diese nicht ganz frei erfundene Geschichte:

bibelkunde
→→→→→→→→→→→→→→→ Download ←←←←←←←←←←←←←←←

Aktualisiert am 09.01.2011:
Eine Antwort kam schnell.
- „Lass den Bibelbashern doch ihren Spaß. Solche Trolle haben halt nix Besseres zu tun, wie du schon richtig angemerkt hast, und sind in fast jedem Internetforum zu finden. Als Hauptgrund für ihre geschmacklosen Provokationen vermute ich jedoch, dass sie sich besonders cool und "modern" vorkommen, wenn sie biblische Texte alle naselang als ein dummes, längst überholtes und widerlegtes Märchenbuch diffamieren. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei nur um unreflektiertes Nachgeplapper durch Leute, die keine Ahnung haben wovon sie reden und sich nur profilieren wollen. Da hilft nur beinhartes Ignorieren.“
- „Hier, mal ein vernünftiger Link für dich. www.evolutionstheorie.infel/genesis6.htm“

Dazu eine Antwort:
Der Link verweist auf pseudowissenschaftliche Arbeiten evangelikaler Prägung hin. Kein Wunder, dass ich - in der Tat ein Bibelkritiker - hier als Troll und Bibelbasher bezeichnet werde. Derartige Provokationen sind in solchen Kreisen eine beliebte Verhaltensweise, die sich kurz so beschreiben lässt: "unterstellend, persönlich diffamierend, lügnerisch, verleumdend, andere für dumm haltend, ignorant den eigentlichen Problemen gegenüber"
Hier noch mit anderen Beispielen belegt. Das ist nicht mein Ding.

Der "vernünftige Link" führt in die Welt des Bibelbundes und der neuen evangelistischen Bibelübersetzung. Dieser 1894 gegründete christliche Verein kämpft massiv gegen eine Bibelkritik, die sich allgemein gültiger und wissenschaftlich anerkannter exegetischer Verfahren bedient, und gegen eine durch sie beeinflusste Theologie(*). Er setzt sich für die "Stärkung des Vertrauens in die Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift" und bekennt sich zur Chicago-Erklärung. Der Verein vertreibt diverses Schriftgut für den Kampf gegen Bibelkritiker und Atheisten. Für diese Art von Christen ist bspw. die Annahme einer wissenschaftlichen Theorie wie die Evolutionstheorie bereits ein religiöser Akt. Unter solchen Vorbedingungen ist vernünftiges Denken und Argumentieren ausgeschlossen.

Die Übersetzung dieser "neuen" Bibel ist eine Übertragung (sic!) der Bibel ins heutige Deutsch. Sie wurde unter Zuhilfenahme deutsch- und englischsprachiger Übersetzungen und Kommentare und unter Beachtung des hebräischen, aramäischen und griechischen Grundtextes erarbeitet. D.h., der Originaltext wurde mit bereits vorhandenen Texten so zurechtgefeilt, dass von einer authentischen Übersetzung kaum die Rede sein kann. Sie "verzichtet darauf, bestimmte Begriffe immer gleich zu übersetzen, sondern passt sie dem jeweiligen Textzusammenhang und dem deutschen Sprachgefühl an." - Diese Übersetzung wurde als geschmeidiges Kampfmittel gegen Bibelkritiker geschaffen und kostet Leuten, "die eine gradlinige, unkomplizierte Übersetzung schätzen und die Bibel so leicht lesen wollen wie eine Tageszeitung", schlappe 16,90 €. Angesichts der Qualität der heutigen Tageszeitungen ist das nicht unbedingt eine gute Werbung. Es ist schade um jeden Baum, auf der sein Leben für das notwendige Druckpapier lassen muss(te).

(*) Hier findest du eine umfangreiche Erörterung der Problematik:
Thomas Schirrmacher,
Bibeltreue in der Offensive.

Danach erscheint eine Auseinandersetzung in Sachen Bibel mit Atheisten nicht möglich, weil ein sogenannter Heiliger Geist zur Erfassung zur „geistlichen Erfassung“ erforderlich ist (S.120). An so etwas glauben Atheisten selbstverständlich nicht. Man muss Christen einfach in ihrer Geisterwelt lassen. Solange sie nicht - wie oftmals in der Vergangenheit - zu den Waffen greifen und sich selbst und Ungläubige bekämpfen, sollte man mit so einem Aberglauben ebenso leben können, wie mit dem anderer Religionen. Religiös gestrickte Menschen sind halt etwas komisch und glauben einen Unsinn nach dem anderen.

Zeitzeugen berichten über das schlechte Gewissen

Es ist an der Zeit, den Nachkommen zu vermitteln, in welche Gewissenskonflikte die kath. Kirche (und nicht nur sie!) junge Menschen durch ihre verquere Sexualmoral und Beichte brachte. Als Beispiele dienen der Text von Wolf Vogel „Ego te absolvo“ (Ich spreche dich frei) und ein Ausschnitt eines alten Beichtspiegels. Auch ich habe ähnliches erlebt. Und ich habe besonders von vielen alten Frauen gehört, dass die damaligen Beichten für sie unerträglich waren, weil die Priester die intimsten Fragen stellten. Soll das alles vergessen werden? Angesichts der diskriminierenden Äusserungen durch die Obergurus von Essen und Limburg tut eines Not: Aufklärung über den Wahnsinn der christlichen Sexualmoral.

Die "Religionsebene" kann man leicht in eine familiäre oder gesellschaftliche Ebene übertragen:
Das "Buch mit dem dünnen Papier" ist austauschbar mit "Denkweisen", die man als Kind in der Familie und seinem "Umfeld" mitbekommen hat. 
Dieser Text steht dann stellvertretend für den Un- und Wahnsinn, den Menschen sagen, lehren und glauben. 
Der Beichtstuhl ist austauschbar mit dem Sprechzimmer der Psychologen.

Downloads:
Ego te absolvo, Beichtspiegel
Ego te absolvo (Allgemein)
Unterstützender Text: Selbstbefriedigung zu oft?

(Aktualisiert: 20.11.2011 11:15)

Bibel und Selbstbefriedigung

Die Frage „Steht in der Bibel, dass man sich nicht selbst befriedigen darf?“ wird desöfteren im Internet gefragt. Dies zeigt, dass die christlichen Kirchen noch immer mit ihren unheilvollen moralischen Ansichten erfolgreich Propaganda betreiben. Der folgende Text ist aus einem Faden im Forum Med1 gefischt. Dort lautete die Frage „Ist Wichsen im katholischen Glauben erlaubt?“. Die Antwort lautet „Nein“. Warum? Weil es die kath. Kirche so lehrt. In der Bibel steht kein Gebot wie „Du sollst nicht wichsen.“; vergleichbar wie das 6. Gebot „Du sollst nicht ehebrechen.“

Eine der Antworten mit Schwerpunkt auf der Onangeschichte lautete:
»Wenn man nach einer Formel suchst, bspw. "Du sollst/darfst nicht Wichsen!", dann wirst du In der Bibel nichts finden. Das liegt daran, dass es für bestimmte Tätigkeiten oder Dinge in anderen und besonders in alten Schriftkulturen manchmal keine speziellen Wörter gibt. Oftmals werden Dinge umschrieben oder in Beispiel-Geschichten unterschiedlicher Art verpackt.

Wenn man sich in Sachen "Wichsen im Mittelalter" kundig machen will, dann nutzen alle "modernen" (Neuzeit bis Gegenwart) Begriffe wie bspw. Wichsen, Selbstbefriedigung, Masturbation, Onanie und so nichts. Man findet nur "Umschreibungen". Es ist ein Unterschied, ob man "Volkes-Stimme" liest oder eine religiöse-theologische Quelle liest. Man kann nur aus dem Kontext erkennen, was gemeint ist. SB wurde zu dieser Zeit der Unzucht beigeordnet. Das wirft die Frage auf, warum ist das, was wir heute unter SB verstehen, dort Unzucht? (Warum vorehelicher Geschlechtsverkehr? Warum Ehebruch?) Dazu befragen wir die Bibel. Unter den Begriff "Unzucht" fällt die sogenannte Sünde des Onan (Gen 38, Familiengeschichte). Was war da los? Ein Mann hatte eine "Fremde", eine Kanaaniterin geheiratet und mit ihm seinen Erstgeborenen gezeugt. Der Knabe wurde Er genannt. Damit war seine Zukunft und die Erbfolge gesichert. Die Familie konnte sich fortpflanzen, getreu des Auftrags "Seid fruchtbar und vermehret euch!" Das Familienglück schien perfekt, als noch ein weiterer Sohn geboren wurde, Onan. Er bekam vom Vater eine Frau (Tamar) ausgesucht und verheiratet. Der stolze Vater hatte aber nicht mit dem lieben Gott gerechnet. Dem gefiel Er überhaupt nicht, und ließ ihn kurzerhand sterben, ohne Nachkommen - versteht sich. Ok, für solche Fälle gab's eine gesetzliche Regel (Schwagerehe). Da musste der Bruder des Toten ran und mit der Hinterbliebenen Nachkommen zeugen. Der Onan tat dies auch, aber nicht so ganz richtig. Er wollte seinem Bruder keine Nachkommen bescheren; warum auch immer. "Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben …" Diesem Treiben bereitet der liebe Gott auch ein Ende: Er lässt Onan auch sterben. Warum? Warum handelt Gott auf dieses Tun rabiat? Er könnte ihm ja dieses Vergehen verzeihen. "Er ließ den Samen zu Boden fallen und verderben." Genau auf diese Stelle beruft sich die traditionelle Bibelauslegung bei der Einstufung des Wichsens als Sünde, was selbstverständlich nur dann verständlich wird, wenn man weiß, warum dieser Gott diese Tat so hart abstraft.

Liegt der Grund darin, dass Onan gegen ein Gesetz (Pflicht zur Schwagerehe) verstoßen hat, oder hat es etwas mit dem Samen zu tun, der absichtlich nicht dahin kommt, wo er hingehört, sondern (auf dem Boden) verdirbt? Der Rechtsverstoß an sich kann es eigentlich nicht sein. Jedenfalls nicht allein; dies lässt sich biblisch kaum plausibel erklären. Den Schlüssel zum weiteren Verständnis liefert der vergammelnde Samen, der nicht an seinem natürlichen Zielort angekommen ist, nämlich in der Frau. "Natürlich" heißt in diesem Zusammenhang, dass es von dem Gott so gemacht und vorgesehen sei. Dazu wird die Erschaffung des Menschen als Mann und Frau und deren Zweckbestimmung angeführt: Sie haben sich zu vermehren und sich die Erde untertan zu machen. Der Zweck von Sex ist Fortpflanzung, und zwar in der Gemeinschaft von Mann und Frau. Samen verspritzen ist gegen die Schöpfungsordnung … und wird deswegen mit dem Tod geahndet. Das war ein Unzuchtsverbrechen, das war fast Sodomie. Von letzterer unterschied sich SB nur insofern, dass der Same nicht irgendwo "hinfiel", sondern ins gegenteilige "Loch". Das galt als widernatürlich (Gräuel, zutiefste Missachtung dieses Gottes und seinen Geboten).

Das ganze Lehre (besser: Leere) ist hirnrissig und an den Haaren herbeigezogen.
Diese Verknüpfung von Fortpflanzung und Sex und "nur in der Ehe" wird erst seit der Aufklärung im vorletzten Jahrhundert ernsthaft bestritten. Bis dahin galten Onanisten selbstverständlich als schwere Sünder. Nicht wenigen hat dies das Leben gekostet.

Man muss in der Bibel nach der Sache, nicht nur nach den Worten suchen. Der Befund heisst: SB entspricht nicht dem Plan Gottes. Dieses Sexualverhalten ist gottwidrig, und damit Sünde, also verboten. Meiner Meinung nach ist das Humbug, aber ich glaube auch nicht an die Bibel und das, was drin steht.
Ich sage: Hier irrt die Bibel. Wichsen ist normal

Das folgende PDF (Präsentationsformat) kann als Einstieg in das Thema dienen:

bibel_wichsen

→→→→→→→→→→→→→→→ Download ←←←←←←←←←←←←←←←

Zu welchem Irrsinn religiöse und gesellschaftliche Moralvorstellungen führen können, zeigt das Buch "Der Hauslehrer - Die Geschichte eines Kriminalfalls" von Michael Hagner.

Es geht um einen Kriminalfall am Beginn des letzten Jahrhunderts, der viel Aufsehen erregt hat. Reiche, bürgerliche Eltern hatten für ihre zwei Söhne einen jungen Hauslehrer angeheuert, der ihnen Disziplin und Wissen beibringen sollte. Dies erwies sich als schwierig und letztlich unmöglich. Als sich herausstellt, dass die beiden Jungs onanieren, nimmt das Drama seinen Lauf. Jetzt hatte man die Ursache ihres Versagens gefunden. Das allseits(!) empfohlene Gegenmittel, körperliche Züchtigungen, führen am Ende zum Tod des älteren Jungen. Der Hauslehrer wurde zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Urteil wurde als skandalös zu milde empfunden.
Es wird die Frage beleuchtet, wie das unter den Augen der Mitmenschen passieren konnte. Eine Tragödie war abgelaufen: Die beiden Jungs hatten niemanden mehr, auf dessen Hilfe sie hätten bauen können. Sie waren hilflos einem kranken Lehrer zum Opfer geworden.
Die Onanie der Jungs wurde vertuscht, verschwiegen, damit die Eltern keinen Schaden nahmen. Dem Täter wurde Homosexualität angedichtet, "Experten" kamen zu Wort.
Für schwule Leser ist das Buch interessant, weil sie hier einen Einblick in die Hintergründe des damaligen Denkens, der damaligen Sexualmoral, finden können. Es sage keiner, wir wären heute davor sicher ...
Ein weiteres Thema des Buches ist, was die Presse daraus machte und wie die Gesellschaft reagierte. Kurz: Vom eigentlichen Geschehen wusste Presse und Öffentlichkeit so gut wie nichts. Das Volk schrie nach Rache ... und die "Experten" redeten Unsinn. Fast wie heute
sad° . Der Stoff des Buches ist beklemmend. Die damaligen "Experten", Psychiater, Mediziner und Sexualwissenschaftler, spielten düstere Rollen.

Dieser Fall hat zwar schon Bücheregale gefüllt, aber dieses toppt alles, weil zum ersten Mal die bislang "verschollenen" Prozessakten und der darin aufgefundenen Teile des Briefwechsels zwischen der Mutter und den Söhnen sowie zwischen der Mutter und dem Hauslehrer als Quelle benutzt werden.

Wer etwas mehr über die Hintergründe von
Schwulenhass und verkommener Sexualmoral erfahren will, dem liefert das Buch reichhaltigen Stoff (und die Quellen).

Hier eine Leseprobe.

Updated: 23.01.2011
Hier ein anderer Einstieg ins Thema mit viel Textmaterial:

krieg_gegen_onanie

→→→→→→→→→→→→→→→ Download ←←←←←←←←←←←←←←←